Sicher unterwegs im Winter: So wird dein Kind auch bei Dunkelheit gesehen

Karsten Geisler

Von Karsten Geisler
Autor für PUKY seit 2017

Der Winter naht und bringt leider nicht nur ausgiebige Schneespaziergänge und das Rodeln mit sich. Auch Regen, Nebel und vereiste Autoscheiben, die die Sichtverhältnisse im Straßenverkehr deutlich erschweren, sind jetzt wieder unsere regelmäßigen Begleiter. Verkehrsbedingungen, die uns als Autofahrer anstrengen. Doch besonders unsere Kinder, als deutlich schwächste Verkehrsteilnehmer, sind in diesen Monaten gefährdet, wenn sie in der Nähe der Straßen unterwegs sind. Wie du dein Kind auf beispielsweise den Schulweg in der Dämmerung vorbereitest, welche Hilfsmittel euch dabei Sicherheit bieten und über welche Verhaltensregeln ihr vorher gesprochen haben solltet, liest du hier.

Kunterbunte Kleidung, Reflektoren in jeglichen Ausführungen, Warnwesten oder Blinker – wenn es um die Sicherheit deines Kindes im Straßenverkehr geht, kannst du dich einer breiten Vielfalt an Sicherheitskleidung bedienen. Wichtig dabei: Viel hilft viel. Doch bevor wir genauer auf die Hilfsmittel eingehen, versetzen wir uns gemeinsam in die Lage deines Kindes und verstehen, wo eventuelle Gefahren lauern.

Wie dein Kind den Straßenverkehr wahrnimmt

Eins müssen wir uns immer wieder ins Gedächtnis rufen: Kinder nehmen den Straßenverkehr anders wahr als wir Erwachsene. Schon allein durch ihre geringere Körpergröße können sie schlechter den Überblick bewahren und Gefahren oftmals nicht als solche einschätzen. Zwar sind die meisten Straßen inzwischen gut beleuchtet, durch Schatten, Spiegelungen oder dichten Nebel kann es aber immer passieren, dass dein Kind von Autofahrern schlichtweg übersehen wird. Deshalb ist es elementar, dass sich dein Kind kontrastreich von der Umgebung abhebt und schon aus weiter Entfernung ins Auge sticht.

 

Deshalb sollte dein Kind schon aus weiter Entfernung auffallen:

Ein unauffällig gekleideter Fußgänger wird von Autofahrern bei schlechten Sichtverhältnissen erst aus ca. 25 Metern Entfernung erkannt. Der Anhalteweg eines Autos beträgt bei einer Notbremsung aus 50 km/h hingegen 28 Meter. Der Anhalteweg ist im Ernstfall also zu lang, um noch vor der gefährdeten Person zum Stehen zu kommen. Tragen Fußgänger allerdings helle und reflektierende Kleidung, kann sich ihre Sichtbarkeit auf bis zu 140 Meter verbessern. Deshalb ist es lebenswichtig, dass man als Fußgänger bereits aus größtmöglicher Entfernung erkannt wird.

Die richtige Ausstattung für den Schulweg

Wenn du dein Kind morgens zur Schule verabschiedest, solltest du immer kontrollieren, ob es genügend reflektierende Elemente an sich trägt. Das können zum Beispiel sein:

  • helle Jacken mit integrierten Reflektoren
    Mittlerweile sind in fast alle handelsübliche Kinderjacken Reflektoren integriert. Solltest du aber doch einmal eine Jacke ohne reflektierende Bestandteile in den Händen halten, ist das kein Problem. Diese kannst du ganz einfach nachträglich durch zum Beispiel magnetische Reflektoren oder Reflektorbänder mit Klett zum Leuchten bringen. Alternativ dazu kannst du aber natürlich auch auf die guten alten Warnwesten oder Sicherheitsüberwürfe in Dreiecksform zurückgreifen.

  • Schnapparmbänder
    Größter Beliebtheit erfreuen sich bei Kindern reflektierende Schnapparmbänder. Diese gibt es nicht nur in vielen verschiedenen Farben und Ausführungen, sie sind auch kinderleicht zu bedienen und machen dazu noch richtig Spaß. Durch das etwas festere Aufschlagen des Bandes auf die entsprechende Körperstelle rollt sich das Band perfekt um das Handgelenk, den Arm oder die Fußfessel und sorgt dafür, dass man gesehen wird. Die Bänder müssen dazu allerdings über der Jacke oder der Hose getragen werden. Außerdem solltest du darauf achten, dass das Band frei von Schadstoffen und möglichst robust ist.

  • Mützen mit Licht oder Reflektoren
    Für die wirklich kalten Tage darf eine Mütze oder ein Stirnband natürlich nicht fehlen, damit dein Kind gut vor der Kälte geschützt ist. Auch hier gibt es zahlreiche Modelle, die einen integrierten Reflektor oder sogar eine Lampe aufweisen und gleichzeitig den Kopf schön warmhalten. Vorteil hier: Durch die hohe Positionierung am Kopf sticht der Reflektor aus weiter Entfernung besonders gut ins Auge.

  • Reflektoren oder Blinkanhänger für den Schulranzen
    In puncto Schulranzen gibt es heutzutage viele ausgeklügelte und noch dazu schicke Ideen, um die wichtigen Reflektoren gekonnt in Szene zu setzen. Figuren, die auf den Ranzen geklebt werden oder ganz verschiedene Anhänger, die blinken, leuchten oder reflektieren. Übrigens: Für wirklich nasse Tage ist dein Kind mit einer reflektierenden Regenhülle für den Rucksack nicht nur gut sichtbar, sondern auch vor nassen Arbeitsmaterialien bewahrt.

  • Fahrradbeleuchtung und Speichenreflektoren
    Auch für alle, die mit dem Fahrrad zur Schule radeln, gilt es natürlich, auf die Sicherheit zu achten. Eine funktionierende Fahrradbeleuchtung und entsprechende Speichenreflektoren sind das A und O. Wir empfehlen dafür eine per Micro-USB wiederaufladbare LED-Beleuchtung, die werkzeuglos vorne und hinten am Rad angebracht wird. Besonders clever sind dabei Frontscheinwerfer und Rücklichter mit seitlicher Sichtbarkeit. So ist dein Kind von allen Seiten sichtbar. Wichtig: Achte darauf, dass die entsprechende Beleuchtung für den Straßenverkehr zugelassen ist.
  • Reflektoren am Fahrradhelm
    Zusätzlich zum gut ausgerüsteten Fahrrad darf der Kinderhelm auf keinen Fall fehlen. Hier kannst du einen Helm besorgen, der rundherum reflektierende Elemente aufweist und somit von allen Seiten auf dein Kind aufmerksam macht.

 

Darum sieht man Reflektoren im Dunkeln, aber auch bei Tag

Ziehen wir unseren Kindern die bunten Reflektoren an, hören wir häufig die Frage: „Warum leuchten die eigentlich?“ Damit du das nächste Mal direkt eine Antwort parat hast, erklären wir dir, wie der ganze „Zauber“ funktioniert:

Reflektierende Materialien leuchten nicht von allein. Sie werfen das Licht, das auf sie trifft, einfach zurück. Das Ganze funktioniert nach dem physikalischen Gesetz der Reflektion. Dabei wird mit Retroreflektion gearbeitet. Sieht man sich ein Reflektorband stark vergrößert an, besteht es aus unzähligen kleinen spiegelnden Prismen. Diese sind umgeben von in den Stoff eingearbeiteten Glaskügelchen, die zur Hälfte verspiegelt sind. Trifft nun der Lichtstrahl eines Autos auf die Glaskügelchen, ändert dieser seine Richtung und wird von den spiegelnden Prismen reflektiert. Der Lichtstrahl wird somit fast genau zur Lichtquelle zurückgeworfen. Hättest du es gewusst?

Verhaltensregeln für dein Kind im Straßenverkehr

Damit dein Sprössling sicher durch die dunkle Jahreszeit kommt, ist zusätzlich zur Sicherheitskleidung verantwortungsvolles und vorsichtiges Verhalten im Straßenverkehr unabdingbar. Es ist wichtig, dass du dein Kind bereits früh auf mögliche Gefahren im Straßenverkehr aufmerksam machst. Dann kommt es im Regelfall erst gar nicht zu brenzligen Situationen, geschweige denn einem Unfall. Dazu kannst du beispielsweise gemeinsam mit deinem Kind das sorgfältige Überqueren von Straße üben und das zuverlässige Stehenbleiben, sobald sich Autos nähern. Außerdem ist es auch sinnvoll, dass dein Kind verschiedene Straßenschilder und Verkehrsregeln kennenlernt. Das hilft ihm, bestimmte Straßen besser einzuschätzen und sich entsprechend vorausschauend zu verhalten.

Fazit: Sicher unterwegs bei Wind und Wetter

Der Herbst und der Winter bergen hier und da zwar Risiken im Straßenverkehr. Diese kannst du durch eine gute Aufklärung über die Straßenverkehrsordnung und das gemeinsame Üben von Verhaltensregeln im Straßenverkehr allerdings deutlich verringern. Reflektierende Kleidung sowie Blinklichter oder eine gute Fahrradbeleuchtung erhöhen dabei zusätzlich die Sichtbarkeit und Sicherheit deines Zöglings. Wenn du diese Regeln befolgst, kannst du dein Kind ohne Bauchschmerzen auf den Schulweg verabschieden.

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